Archiv für den Monat April 2015

Die Schule digitalisieren! – Aber wie?

So – heute mal ein Artikel, der weniger anklagt, dafür aber womöglich so verrückte Ideen hat, dass ich den nicht als öffentliches Ich veröffentlichen mag.

Also, gehen wir mal von dem total unrealistischen Szenario aus, das DU von deinem Kultusministerium oder der obersten Fortbildungsbehörde deines Bundeslandes angesprochen werden würdest:

Sehr geehrter Herr/Frau XYZ, wir wissen, dass Sie sehr aktiv sind, was die Nutzung von Computer/Smartphone/Internet betrifft. Was meinen SIE, wie man den größten Teil der Kollegen im Lande davon überzeugen könnte, es doch auch mal zu versuchen.
Natürlich können wir nicht beliebig Ressourcen aufwenden (Geld, Personal), aber wir sind offen für alle Ideen. Daher die zwei allgemeinen Fragen:
1.) Wie sind ihre positiven Erfahrungen und Ideen, mit denen sie Kollegen Ihrer Schule vom digitalen Weg überzeugen konnten?
2.) Was sind die größten Bedenken, die Ihre Kollegen gegen den digitalen Weg anbringen?

Nun, was meint ihr? Zuerst noch mal von meiner Seite: das ist jetzt keine echte Anfrage gewesen, aber wenn es wirklich nicht zu viele Ressourcen kostet, denke ich, dass vielleicht Interesse an solchen Informationen bestehen könnte!?

Okay, ich leg dann mal vor, aber bitte gibt fleißig eure Kommentare ab. Ich höre auch bei Twitter herum, was eure Meinung dazu ist. Ich habe mir erst einmal ein paar Überpunkte überlegt, die ich dann noch konkretisieren werde:

  1. Informationen sind sicherlich wichtig: So wie wir uns über die sozialen Medien informieren, bekommen wir immer wieder die positiven Beispiele zu Gesicht. Das fehlt den Kollegen.
  2. Es selber selber Probieren, ist sicher auch wichtig. Wer selber das Smartphone und Tablet nur als Spielzeug ansieht, wird sich nicht vorstellen können, es auch im Internet zu nutzen.
  3. Eine Community schaffen, im Sinne einer Hilfe- und Kontakt-Gemeinschaft. Wenn wir schon Facebook-Verbot haben. müsste von staatlicher Stelle eine Ersatz kommen.
  4. Online-Angebote hosten und technische Unterstützung anbieten. Die Nutzung von den schon vorhandenen Möglichkeiten an Online-Werkzeugen ist verpönt, da die Daten außerhalb von Deutschland sind. Also bitte nehmt den Schuladmins die Arbeit ab, sich um diese Tools kümmern zu müssen.

Okay, soweit die Überthemen, hier ein paar konkrete Ideen:

  • Informieren, aber wie? Die Frage ist, mit welchem Format man problemlos an alle Kollegen herankommt? Die gute, alte gedruckte Variante könnte im Lehrerzimmer aushängen. Wenn sie da neben dem Amtsblatt hängt ist die Frage, wer sie sich anschaut? Wenn die Schule genug Geld hat, könnte auch jeder Kollege ein Exemplar ausgedruckt ins Fach bekommen, aber das ist vermutlich zu unrealistisch, oder? Andererseits kann man eines kleines PDF natürlich auch über die elektronische Schulpost verbreiten. Sicher gibt es auch bei euch Kollegen, die die Nutzung von Mails ablehnen, aber das sind sicher nicht die, die noch lange im Schuldienst bleiben, oder? Vielleicht könnte eine kleine Broschüre (ein- oder zweiseitig) dazuführen, das man sie sich ausdruckt, um sie in Ruhe zu Hause zu lesen.
  • Apropos Schulpost: Sicher gibt es noch Schulen, die keinen Mail-Server installiert haben. Gibt es eine einheitliche Schuladresse, die man einen Kollegen vielleicht auch unterjubeln muss, hätte man schon mal eine Adresse an der Hand, über die man Informationen verbreiten könnte. Vielleicht könnte es von staatlicher Seite seinen technischen Support geben, der die mehr oder weniger freiwilligen Schuladmins berät und ggf. auch man selber Hand anlegt. Ich glaube das Einrichten eines Mail-Servers ist jetzt nicht so der große Aufwand und ist vor allem relativ Wartungsarm.
  • Selber mal was ausprobieren: Da gibt es sicherlich er zwei Aspekte, nämlich den persönlichen Umgang mit Smartphone und Tablet und auf der anderen Seite die Nutzung im Unterricht.
    • Viele Kollegen sehen das Smartphone vor allem als Spielzeug an, weil sie – wie vermutlich auch die meisten Schüler – es nicht anders kennen. Wer neben typischen sinnvollen Anwendungen wie Navi und Kalender nur Angry-Birds und Spaß-Apps kennt, wird es auch nur so sehen können. Welche Apps sollte man vorstellen? Feed-Reader und Podcast bringen Informationen zu aktuellen Ereignissen. Wörterbücher erleichtern schwere Taschen (Duden, Wiktionary, Leo usw.). Karteikarten-Apps machen das Lernen immer und überall möglich. Fachinformationen ersparen die Suche im Internet oder in der eigenen Bibliothek (Formelsammlungen, Gefahrstoffdaten, Periodensystem, automatische Berechner aller Art,  … halt für mich eher im MINT-Bereich) .
    • Viele Kollegen, so glaube ich, würden ein Tablet ja auch mal anfassen. Vielleicht könnte man von staatlicher Seite Sets von Tablets anschaffen, mit denen man zumindest in einer mittleren Gruppe mal etwas machen könnte. Ein oder zwei Kästen, in denen sich alles gut transportieren ließe, zusammen mit einem Beamer oder zumindest einer Möglichkeit, kabellos mit einem Beamer zusammen zu arbeiten (AirPlay, AllShareCast, EZCast, …). Hier würde ich für eine Lösung plädieren, bei der Kollegen auch ihr eigenes Gerät möglichst schnell mal einhängen könnten. Dazu gibt es einen Begleiter, der das Kollegium anleitet und zumindest an einem Nachmittag eine Fortbildung macht, in der Möglichkeiten gezeigt werden.
    • Dienste hosten und Community bieten: Mit der offiziellen Ächtung von Facebook für die Nutzung im Unterricht wurden die meisten Kollegen wahrscheinlich abgeschreckt, die Nutzung eines Online-Angebotes auszuprobieren. Dabei geht es beim Austausch über Twitter oder in Google+ ja nicht um die Kommunikation mit/über den Schülern sondern um den Austausch für Ideen für den Unterricht. Und da, so denke ich, kann man von staatlicher Stelle aus nichts dagegen sagen. Viele schreckt jedoch generell das „Server ist im Ausland“ ab. Vielleicht könnte man dann Dienste anbieten, um eine Kommunikation im „Inland“ zu ermöglichen. Kosten für eine Adobe-Server-Lizenz und das Einrichten anderer Tools sollten eigentlich keine großen Löcher in die Kasse reißen. Die Frage ist nur, wie bringt man nach der Fachbook-Abschreckung die Kollegen da hinein. Vielleicht sind regelmäßige „Online-Fortbildungen“ oder Seminare, die jedem frei zugänglich sind eine Idee. Sozusagen EduTalk auf Landesebene.
    • Noch einmal Dienste hosten: Gerade bei der Arbeit mit Schülern wird immer der Datenschutz genannt. Weshalb Google-Docs und andere Online-Tools zur kooperativen Zusammenarbeit abgelehnt werden. Auf der anderen Seite nutzen viele Schüler dies ja schon von sich aus. Aber gut, wenn’s um die offizielle Nutzung geht, dann könnten die stattlichen Stellen ja Dienste anbieten. Bisher ist es deutschlandweit die ZUM, die zwei Angebote für Tools für jeden macht: Zum einen kann sich jede Schule ein Wiki einrichten lassen und dann bietet die ZUM noch eine Möglichkeit Etherpads zu nutzen. Soweit ich weiß, gibt es in einigen Bundesländern Angebote für die Nutzung von Schul-moodle-Installation. Könnte man das nicht ausweiten? Es gibt noch weitere OpenSource Projekte, die man zur Zusammenarbeit nutzen könnte. Ohne der ZUM die Schule wegnehmen zu wollen: Vielleicht wäre eine landes-staatlich betriebene Wiki-Farm, bei der ohne Werbung und auch verschlossen (d.h. Inhalte können nur nach Anmeldung gelesen werden) Kollegen bequem Materialien und Informationen online stellen könnten, ein Anreiz dies auch zu nutzen? Oder Online-MindMaps, so etwas wie Padlet oder ein Online-Whiteboard könnten das Angebot ergänzen können.

So, ein paar Sachen erst einmal von meiner Seite. Was wäre denn eure Ideen? Vielleicht ergänze ich noch etwa in einem EDIT.

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